2000 Jahre Geschichte

Im Altertum ist Poitiers (Lemonum) die Hauptstadt eines Territoriums, das vom Volk der Pictons besiedelt ist, mit der Andeutung erster Straßen, öffentlicher Gebäude, und einer Stadtmauer. Die Stadt, die sich auf einem Felsvorsprung am Zusammenfluss zweier Flussläufe Clain und Boivre gebildet hatte, erfuhr in der Römerzeit im 1. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung einen ersten Aufschwung. Am Ende des 3. Jahrhunderts wurde eine umfangreiche Stadtmauer errichtet.

Im Mittelalter baut sich die Stadt um ihre sakrale Funktion auf. Der Bau eines Baptisteriums im 5. Jahrhundert veranschaulicht die Anfänge des Christentums. In der Römerzeit treibt das Bauwesen seine ersten Blüten: die Kirchen Notre-Dame-la-Grande, Saint-Porchaire, Saint-Germain, die Stiftskirchen Sainte-Radegonde, Saint-Hilaire, die Kathedrale Saint-Pierre, oder aber die Abteikirche Saint-Jean de Montierneuf.





Wirtschaftlich erfolgreich ist die Stadt unter der mächtigen Dynastie der Grafen von Poitou –der Herzöge von Aquitanien, zwischen dem 10. und dem 13. Jahrhundert. Ein Palast wird symbolisch direkt gegenüber dem Bischofsviertel auf dem Gipfel des Felsvorsprunges errichtet. 1204 ermöglicht es eine Gemeindecharta, ein Stadtkorps mit einem Bürgermeister an seiner Spitze einzurichten. Die 1431 gegründete Universität reiht sich in die verschiedenen Institutionen ein, die die Identität der antiken Innenstadt langfristig kennzeichnen sollten.

Poitiers ist eine gelehrte Stadt, die auch bei Reisenden ob der imposanten Stadtmauer Ansehen genießt, die zur Zeit von Alienor d’Aquitaine errichtet wurde – eine Stadtmauer, die im Laufe der Zeit zum Symbol der Stadt, und ihrer mittelalterlichen Vergangenheit werden sollte. Nach und nach öffnen sich die Baukunst und der Dekor den Einflüssen der Renaissance: wunderschöne Privathäuser mischen sich unter die alten Fachwerkhäuser.




Die Errichtung der großen Boulevards und die Ankunft der Eisenbahn im 19. Jahrhundert verleihen dem alten Zentrum Dynamik und fördern gleichzeitig die urbane Ausbreitung. Im 20. Jahrhundert wird die Modernisierung fortgesetzt, das Kulturerbe jedoch beibehalten.


Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickeln sich die Vorstädte jenseits des früheren Siedlungsgebiets innerhalb von Boivre und Clain, und erreichen nach dem zweiten Weltkrieg nach und nach auch die benachbarten Hochebenen.


Die Stadt Poitiers kann auf eine reiche geschichtliche Vergangenheit zurückblicken, lässt sich jedoch nicht auf eine unwandelbare urbane Landschaft beschränken. Das 20. Jahrhundert hat der familiären Physiognomie der Altstadt durch ehrgeizige Bauprogramme mit neuen Materialien und unterschiedlichen Volumina seinen Stempel aufgedrückt.


Im Stadtzentrum spielen zeitgenössische Bauten mit den Bauepochen jener Gebäude, die sie umgeben. Die Architekten haben sich dafür entschieden, ein Konzept der Kontinuität zu verfolgen, indem sie geschickt Altes mit Neuem verwoben haben. Die modernen Gebäude tragen somit die Erinnerung des Ortes in sich, auf dem sie errichtet worden sind, wie beispielsweise das Museum Sainte-Croix, der Regionalrat, der Generalrat, die Mediathek François Mitterrand, die Insel der Cordeliers und die Staatsbühne.




Drei berühmte Schlachten

2000 Jahre Geschichte und bemerkenswerte Entwicklungen. Clodwig im Jahre 507, danach Charles Martel 732 oder aber König Johann II (Jean le Bon) im Jahre 1356 gegen den schwarzen Prinzen. Alle diese Persönlichkeiten haben die Geschichte der Stadt und jene Frankreichs gleichsam beeinflusst. Drei für die Geschichte bedeutende Konflikte wurden im Umland der Stadt ausgetragen, nämlich gegen die Westgoten, gegen die Araber und schließlich gegen die Engländer. Die Stadt Poitiers stand im 14. Jahrhundert 20 Jahre lang unter englischer Herrschaft.

Poitiers hat nach einer deutschen Offensive im Jahre 1940 auch einige Wochen lang die belgische Regierung beherbergt. Das Hauptquartier wurde im Hôtel de France eingerichtet. Heute ist eine der 6 offiziellen Kopien des Manneken-Pis, das Wahrzeichen von Brüssel, als Anerkennung im Polizeihauptquartier ausgestellt.



Illustre Persönlichkeiten

Aber Poitiers gedenkt auch zahlreicher Persönlichkeiten von öffentlichem Interesse, die durch ihr Wirken den Ruf und die Bekanntheit der Stadt beeinflusst haben. Die Heilige Radegundis, die das erste Frauenkloster gründete, oder aber Saint Hilaire, der in den Rang des Kirchenvaters erhoben wurde. Die Grafen des Poitou, die Herzöge von Aquitanien oder aber illustre Persönlichkeiten, wie Alienor von Aquitanien oder Jeanne d'Arc.

Pierre de Ronsard, Joachim du Bellay, René Descartes studierten in Poitiers. François Rabelais und Jean Calvin haben ihren Stempel aufgedrückt. Camille Guérin oder aber Michel Foucault wurden hier geboren. Bedeutende Namen der französischen Literatur, von Medizin und Geschichte haben den guten Ruf von Poitiers geprägt.

 
 
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