Am östlichen Hang des Felsplateaus von Poitiers entstand im ersten Jahrtausend ein Bischofssitz, in dem das Baptisterium, die Residenz des Bischofs und eine Kathedrale liegen. Auch wenn vom ursprünglichen Bauwerk nichts mehr übrig ist, so ist doch anzunehmen, dass es einst in der unmittelbaren Umgebung des Baptisteriums stand. Später sollte sein Standort mehr nach Norden verschoben werden, er näherte sich so vermutlich seiner aktuellen Lage an. Dort folgten mehrere Gebäude aufeinander, bevor gegen 1160 eine große Baustelle eröffnet wurde, die der Kathedrale schließlich im Wesentlichen ihr heutiges Erscheinungsbild schenkte.
Als Prunkstück der gotischen Architektur des Anjou verleiht ihr Saint-Pierre ihre sehr steilen Fächergewölbe (fast kleine Kuppeln) sowie die Verstärkung der Seitenmauern (Bogentragwerke innen und mächtige viereckige Strebepfeiler außen). Ihr nüchternes Dekor und ihr schlichtes Volumen dienen dem überreichen Mobiliar: große Orgelemporen aus dem 18. Jahrhundert, Retabel aus dem Barock, mittelalterliches Chorgestühl und bemerkenswerte Kirchenfenster mit dem Bildnis der Kreuzigung aus der romanischen Epoche.
Die im 13. Jahrhundert fortgesetzten Arbeiten an der Fassade lassen diese eher charakteristisch für die Gotik der Ile-de-France erscheinen: mit geschnitzten Portalen, über dessen größtem in der Mitte eine Rosette zu bewundern ist. Es scheint jedoch, dass diese unvollendet blieb; im 19. Jahrhundert, nach mehreren Konsolidierungsarbeiten und erneuten Maurerarbeiten krönt nun ein mit Türmchen gesäumter Giebel die Spitze dieser mittelalterlichen Fassade.
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