Der aktuelle Standort des Justizpalastes war vermutlich schon seit der Antike, sicher aber ab dem frühen Mittelalter ein Ort unterschiedlichster Machtausübung. Der Name Maubergeon (der noch heute den mittelalterlichen Bergfried bezeichnet) stammt nämlich von "mall-berg", dem ehemaligen Tribunal der Merowinger.
Ungefähr um das Jahr Tausend wird ein neuer Palast auf einer Ackerscholle errichtet, der sich an den antiken Festungsgürtel schmiegt und gegen 1100 mit einem ersten Turm ergänzt wird. Das von Gräben umgebene Ensemble bildet die Residenz der Grafen von Poitou und der Herzöge von Aquitanien. Der große Prunksaal wird von der Familie Plantagenêt kurz vor 1200 neu errichtet; als sogenannter "Salle des Pas Perdus" ist er noch heute eines der bemerkenswertesten Beispiele ziviler Architektur des Mittelalters in Frankreich.
Ab dem 13. Jahrhundert dient der Palast immer seltener als Wohngebäude und weicht administrativen Funktionen. Um 1380 folgen erneut Umstrukturierungen unter dem Einfluss von Jean de Berry : Der Tour Maubergeon wird saniert und private Wohnungen (heute verschwunden) im Osten erbaut, eine neue Giebelmauer schließt den großen Saal mit seinen großen Fensteröffnungen über monumentalen, skulpturreichen Kaminen. Das ganze Ensemble kündigt den gotischen Flamboyantstil an.
Nach der Französischen Revolution wird der ehemalige Grafenpalast endgültig als Justizpalast eingerichtet: Baukörper, die sich an den großen Saal schmiegen und ein Entree mit Säulengängen ergänzen die ursprüngliche Ausstattung.
Das ganze Jahr vom Montag bis zu Freitag: 8 Uhr 30 - 12 Uhr und 13 Uhr 30 - 17 Uhr 30